Kartenlegen mit Zigeunerkarten
Freitag, 01. August 2008Der Begriff Zigeunerkarten mutet an sich schon geheimnisvoll an, wer denkt da nicht an eine Zigeunerin, braun gebrannt, etwas älter, die mit geheimnisvoller Miene in ihr Kartenblatt schaut und den Blick mit einem seufzen erhebt, um einem die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu deuten, die sie in den Karten sieht. Dumme Fragen werden unwirsch abgeschmettert, sie ist die Instanz, die Recht hat, die schließlich über Generationen hinweg vererbtes Wissen über die Kunst des Kartenlegens, als Last oder Berufung, je nach Ratsuchendem, der vor ihr sitzt, in sich trägt.
Dabei ist der der Name Zigeunerkarten ein Kunstbegriff, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand, als man Wahrsagekarten in großer Stückzahl herstellen wollte. Wie die Karten der Zigeunerinnen damals tatsächlich ausgesehen haben, das weis nur der Wind, weil sich eine echte Zigeunerin nicht in die Karten schauen lässt
Das was wir heute als Zigeunerkarten kenn wurde von Firma Piatnik in Wien um 1920 entworfen und herausgebracht.
Sie haben eine gewisse Ähnlichkeit der Bilder, Namen und Bedeutungen mit den Kipperkarten, weshalb beide Kartensystem auch oft verwechselt werden. Die Zigeunerkarten jedoch haben eine eigene Natur. Zunächst sind sie in sechs Sprachen, jede Karte mit einem Schlagwort beschriftet. Man ninmmt an das die damalige Gesellschaft am Hofe der österreichisch-ungarischen Monarchie und die gehobene Schicht der Bevölkerung sich eifrig dieses Kartendecks bediente und eigentümlicher Weise haben diese Decks keine adäquaten Ersatz für eine Karte die “Geld durch Arbeit“ bedeutet.
Der besondere Reiz der Karten liegt vielmehr im Bereich akzentuierten feinfühligen Aussagefähigkeit hinsichtlich der Gefühle, der Liebe, aber auch alles was mit Familienangelegeheiten zu tun hat. Eine erfahrene Kartenlegerin hat nicht umsonst verschiedene Kartendecks oder Systeme im Einsatz, die sie je nach Fragen der Kunden entsprechen auswählt.